Im Sommer und zu mancher andere Jahreszeit schlüpft christopher Simpson in der Rolle des französischen Harlekins Christian Egon Seimann
Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte Christian Seimann Schaubuden Dichtung 11 Nächte - 11 Gedichte
Thursday 2. Juli 2009

Nun war, dachte ich die Szenerie für ein herzliches Willkommen vorbereitet und zur Mitternachtsshow dichtete ich 6 Gedichte (zu lesen in der Datei schaubuden -dichtung.doc , woraus dieser eine Gedicht gewählt wurde, und das fettgedrückte, auf Anraten des zweiten künstlerischen Leiters Heiki Ikkola, vorgetragen wurde;

Der erste Abend hat begonnen,
Der Anfangszeit ist kaum zerronnen,
Die schöne Kerze scheint noch ziemlich ganz,
Und neben Michaela sitzt und scherzt der Franz.

Die Mitternachtsbühne heißt Euch alle willkommen.
Es war ein besonderen abend,

Ich denke fast vollkommen.
Vergessen wir das früh gewitter,
Und die Sorgen unsere Gemüter.

Der Abend ist halbvoll, die Erwartung steigt,
Für noch einen Show (und noch einen) sind wir geneigt.
Das Lieske Bier fließt redlich, der Wein schmeckt und glänzt
Klar und Rot in den Gläsern, fein geformt:
Nun hebet sie Alle! Ob klein oder groß,
Begrüßen, prosten wir auf der Cora Frost!

Freitag 3. Juli 2009

Plötzlich erscheint Sie! Die erste Muse - das Glück.

Sie kommt zu mir, Sie ist das Glück.
Sie stellt sich wieder ein - ein schöner Trick!
Gestern war ich traurig und verlassen
Fühlte ich mich von Ihr. Heut' entschlossen
Hat Sie sich zum wiederkehren plötzlich!
Mit all Ihrer Mystique.

Sonnabend 4. Juli 2009

Cora Frost kündigte Seimann von nun an als "König der Limericks" und er gab an diesem Abend ein erste Anzeichen seine übermenschlichen Limerick-Kraft, in dem er
5 Strophen aus dem Adam und Eva Zyklus entnommen aus seinem unpublizierten Alphabet Limerick Sammlung, rezitierte.

It was not Adam but Aurora
Who first sang, excelsis gloria,
The great bright song of our earth.
'Twas Twilight first allowed Eve's birth
From Adam's tickled rib at dusky hour.

When Adam caught sight of Aurora
He immediately had to adore her;
With her arousing light
She dispersed the first night,
Astounded bowed Adam before her.

But as Adam bewondered Aurora,
Young Cupid whispered "Just ignore her."
And Aurora soon flew,
What could poor Adam do?
Cupid said "Wait for Eve and ask her:"

Having foolishly chosen to adore her
On immediately seeing Aurora;
Wise Cupid explained him,
"Adam don't be so dim,
Your emotions are likely to bore her."

"Be warned, she has many adorers,
And her love life gives rise to long stories,
But you wait for the twilight
The other girl's just right,
Known as Eve, you can score with her!

Sonntag 5. Juli 2009

Ich hatte den Eindruck daß viele Deutsche Hörer nicht gleich mit dem englischen Mitkamen. Also Seimann entschied sich über seine vielfältigen Deutsche Musen zu lyrizieren:

Alle Musen sind bei mir!
Die erste Muse Sie ist hier! (Hier wackelte Seimann seine Zeigefinger in die Luft)
Die zweite Muse, dreh ich mich um, (Seimann drehte sich hier suchend um sein Achse)
Sie fliegt um meinem Kopf herum,
Die dritte Muse Sie sitzt nahe,
Versteckt bei einem Zuschauer. (Seimann deutete an einer Stelle ins Publikum)
Die vierte Muse such ich gleich,
In einem neuen Bild-Vergleich.
Die fünfte Muse ist mein Daumen, (Seimann bog als Illustration seinen Daumen)
Fünf Musen können irren kaum. Hmn!
Mit Muskelkraft sind Sie besetzt.
Ich bring Sie all zum Tanzen jetzt! (Seimann ließ seinen Hand tanzen)
Der Rhythmus kommt aus meinem Herzen,
Womit ich Freude spüre und Schmerzen. (Seimann faßte sich an der Brust)
Fünf Musen sind die Willen meiner Hand.
Wieviele Willen und Musen hat wohl mein Verstand? (Er zeichnete eine Fragezeichen in der Luft)
Wenn Muse unkontrollierte Wille ist,
Hält der Körper tausend solche in sich. (im Besitz)
Diese Musen sind in ständige Erregung, (Seimann tanzte zappelig)
Können nie aufhören, müssen sich bewegen.
Die letzte Muse fehlt, ungreifbar dennoch mir bewußt. (Er lehnte sich ahnungsvoll zurück...)
Sie kommt immer aus dem Nichts und ich hab' Sie oft geküßt. (...und küßte das Geheimniss)

Montag 6. Juli 2009

Zur Wochenanfang gab Seimann noch eine zweite Kostprobe aus seiner Alphabet-Limerick Sammlung und zwar die gesamte The glorious spoon cycle

All praise to the glorious spoon,
Without it we'd be quite forlorn;
No good golden syrup
Could bring babes to chirrup,
Bibs all gooey make poor mothers swoon.

All praise the intelligent spoon
And in praising don't feel like a loon,
For we could not slurp hot soup. Oof!
Have bright stains to mop off
Mum's carpet - she'd scream a shrill tune.

All praise the significant spoon,
Spoon providence truly a boon;
Why contradict me?
I'm no idiot see.
Save for spoons we'd have not reached the moon.

So let's all praise the fabulous spoon
Let it's glory expand and balloon;
In French it's called cuillière
Which I think sounds quite queer;
And kiss the spoon- it is never too soon.

Once a poor child lost his spoon,
As he crawled and cried it felt like doom;
But who came from the shops,
Put an end to his sobs?
It was mum - found the spoon and fed him at noon

If there were no spoons of course,
A mother's lot would be much worse;
For with only chop-sticks or sharp cutlery,
You couldn't fork feed syrup, silly!
Sticky syrup blobs'd make families curse.

Dienstag 7. Juli 2009

Am vorherigen Abend nachdem er seinem Gedichtszyklus über den glorreichen Löffel vorgetragen hatte - welche künstlerische Wunder und Vorsehung - es erschien aus dem Schaubudenplatz der Königen der Löffel - natürlich war Seimann, der König der Limericks hin und weg, und er dichtete in einem Zug folgendes Meisterwerk;

Last night I met the Queen of Spoons

(Dedicated to Franziska X)

How nice to meet the Queen of Spoons
To hold her singing wires, hear her lovely tunes;
Her sparkling happy eyes beguiled,
Her crimson lips they softly smiled
At me. I hope she'll come back soon.

How sweet to meet the Queen of Spoons.
Knifes and forks also her head surround;
From her parapluie-hat they down dangle
Like baubles and bangles they jangle.
Such choreographic cutlery astounds.

What joy to meet the Queen of Spoons,
I talk to her, while my heart swoons;
Though spoon-fed I no more need be,
I wish that she might spoon feed me.
What joy to meet the Queen of Spoons.

I dearly love the Queen of Spoons,
But it seems she doth my love but spurn;
She flashes silver spoon and knife and fork,
Yet ne'er her pretty lips opens to talk.
Queen of Spoons, your silence makes me moan.

Thus I explain my stupid frown,
T'is not his darts but silent cupid's spoons
Which have caused these wounds.
Fair Spoon Queen that I found!
Please mend my heart, and speak love's sounds!

But now the Queen of Spoons has gone.
I wander lonely as an empty spoon.
I could ne'er have known
Till she had flown,
How royal spoonlessness might thus cause pain.

Queen of Spoons to you I do appeal
Come back and make me cheerful;
I have become most tearful,
Come back with a loving spoonful,
My poor heartache to heal!

For Her Spoonful Highness doth my love still burn,
And so I hope one day she will return;
Perhaps in a hot air balloon,
Accompanied by many a-flying spoon,
And I will float off with the Queen of the Spoons to the faraway moon.

Mittwoch 8. Juli 2009

Daß seiner Deutschen Schaubuden Zuhörern ihm tiefer ihren Herzen schließen mögen würden trug Seimann wieder ein Gedicht über das Glück vor;

Meine Muse sie heißt Geist des Glücks

Meine Muse sie heißt Geist des Glücks,
Sie bezaubert mit Liebe, überrascht mit Tricks,
Aus ihrem glitzernden Zylinder
Hüpfen Hasen und Amors Kinder;
Ich könnte Sie auch Venus nennen, das wär' kein Konflikt.

Meine Muse sie heißt glücklicher Geist,
Sie hält Seelenreichtum, teuer, verlangt keinen Preis.
Ich übersah sie lange Zeit,
Ich hab' sie nie gehört,
Ich Narr, sie war bei mir, es war schon Paradies.

Meine Muse sie heißt Glücksgeist,
Sie ist nicht kompliziert, redet keinen Klugscheiß;
Sie kommt daher manchmal ganz rau
Sie will was von mir, ich weiß nicht was genau,
Sie schimpft, ist überhitzt, sie ist entgleist.

Meine Muse sie hieß Geistesglück,
Aber dann wurde sie ein dreistes Miststück;
Sie rannte anderen nach,
Und mein zartes Herz zerbrach,
Ich wurde ein Seelenwrack,
Und ich Narr, ich sehn' sie noch zurück.

Donnerstag 9. Juli 2009

Cora Frost hatte inzwischen die volle Melancholie und tief-erlittenen Liebesschmerz in Seimann's Herzen kommentiert. Als Antwort darauf trug Seimann aber ein optimistisches Gedicht über seiner Zukunftsliebe vor - aus seinem unpublizierten Gedichtssammlung Leipziger Liebesgedichte (Leipzig Love Poetry)

The Carmen cycle

In Halle blonde Carmen was born,
Near Leuna has long since grown
Beautiful and fair
With intelligent air,
And most tall. New desire she has sown.

Vivacious Carmen took off to Hannover's
Wide fields of learning, found four-leaf clovers
Each day I imagine.
I wonder as virgin
Which lucky boy did she pluck as her lover?

Now Carmen sells not seashells but software
In the electrified cities and not on the seashore.
But on the Seychelles
Eyes and waves she enspells
Treading sands with the Indian Ambassador.

Blonde Muse Carmen seems poly-dimensional
In a social-field inter-culturational;
New words must be thought up
'Fore she may be caught up
In rhyme, on her light-footed dance supra-national.

Fairest Carmen comes here from the future,
Sweetest hopes in our hearts for to nurture.
In a world ruled by pain
Amidst mountains of shame,
We're aghast at the torturous past so unfair.

So let's look to the future with Carmen,
She seems a most beautiful omen;
Stop our moaning Amens,
As the dawning begins
Without haste taste the breathe of her morning.

Freitag 10. Juli 2009

Bisher waren Seimann's Dichtungen ziemlich genial, jedoch allesamt keusch. Seimann entschied sich ein lyrisches Striptease zusammenzudichten. Der erste Zeile sang er zur eine Melodie von Morrissey;

I dreamt about her last night
The sky was black, no stars shone bright,
The air enchanted at this hour
I heard a knocking at the door,
Out of the dark my Muse came into sight.

She is the woman I adore,
This lovely Muse come through the door;
She was outside,
Now she steps in,
From out the night air, cold and thin. She's here!

This lovely Muse unties her belt,
And opens up her black silk coat;
Reveals her clothing beautiful,
Tis strange I feel a red hot chill,
And a big lump grow in my throat.

My darling Muse she takes a seat,
Removes her shoes, for me a treat
To see her show her wriggling toes,
(T'is weird, I wonder 'bout her underclothes)
How happy doth my daft heart beat.

My patient Muse undoes her blouse,
Opens the buttons slow, so I'm aroused;
One by one the pearly steps,
She descends with her fingertips.
I see her bra-strapped breasts let loose.

My heedless Muse takes off her dress,
And I become all nervousness;
An unexpected underskirt,
Is a surprise, but no real hurt,
Her clothes, like petals, are layers of tenderness.

To cut things short she e'en takes off her knickers,
Ecstatic lovers we become, glad bed spring squeekers;
We tumble down through loves abyss,
We're not afraid - we kiss, we kiss…
Then this dream of souls in bliss, it merely flickers
out.

Sonnabend 11. Juli 2009

Also war die Muse irgendwie schon ausgezogen. Es fehlte nur noch ein Gedicht über die Nacktheit. Es fügte sich daß an diesem ultimativen Abend, die Beez spielten ihr Lied über "When it rains", während Cora Forst's Nichte Boris einen Regentanz vorführte, völlig nackt. Er würde mit Regen besprenkelt aus einem kleinen Gartenwasserkanne (?) die ihm die Cora über den Kopf hielt. Also daß war die große Mitternacht! (Eines Friedrich Nietzsche's würdig!) Die große Zusammenkünft, und Konfluenz - Dichtung, Nacktheit, Wahrheit, Musik, Humor und leider, leider die Vegänglichkeit allen Seins!

Die nackte Wahrheit

(Dedié à Simone)

Meine Muse ist die nackte Wahrheit
Sie ist auch eine Königin von Sanfheit;
Bescheiden wie das Bild von Klimt
Steht sie lächelnd da, alles stimmt.
Sie kennt die Welt aus tiefer Traurigkeit.

Meine Muse ist die nackte Wahrheit,
Sie muß nichts verbergen in Bescheidenheit;
Rothaarig und schön,
Kommt Sie zu klär'n,
Hält uns den Spiegel vor, zeigt Zerbrechlichkeit.

Meine Muse ist die nackte Wahrheit
Wie aus einem Bild geboren. Klarheit
Bringt sie im Sehen und Denken.
Freude verbreitet sie. Schenken
Hiermit möcht' ich Ihr meine Dankbarkeit.

Meine Muse ist die nackte Wahrheit,
Fürwahr hat auch Sie gar keine Haltbarkeit.
Ihr Wesen ist im Werden und Vergehen.
Gerhymte Wörter können was davon erzählen.
Damit ihre Schönheit widerhallt.

Post scriptum

Die verschiedenen Abenden hinterließen tausendfältige Eindrücke, erweckten neue Sehnsuchte und andere dichterische Kräft. Es enstandzwischendurch auch folgendes Gedichtsfragment - die schöne Puppenspielerin Susi Sand gewidmet.

Fair Puppetress

I'm happy that our ways have crossed
She's the prettiest puppetress;
Feel nervous when I think of her
Can't hinder my fond eyes which stare,
She walks like a Princess.

She's the prettiest puppetress,
Her name is Susi Klaus,
I ruminate I might kiss her,
And breathe the shadows in her hair
And have a foolish love affair I guess.

She's placid, lively, so aware;
I feel nervous when I think of her
My heart, though stringless
Has been moved by her fingers
I'd like to go and hold her hand elsewhere.

I can't hinder my fond eyes which stare,
Imagine though she thinks "Beware!"
Yet feel bewitched by this puppetress,
Whose stirred up such a pleasant mess
Inside my heart. Should I take care?

Come Fair Puppetress! No distress!
Be at least my Princess of the one Kiss;
Come into the shadows,
Think not of tomorrows,
For me it would be bliss! I am desirious.

Fair Puppetress, I'm a bit delirious,
I hope I seem playfully serious,
My life has become wishfully mysterious.
Come be my Princess of Kisses
Or Emporess of Tenderness,


   of Cleverness,
  ambling Amiableness,
  puppeteering Wantonness,
  Caressiveness,
Seductiveness,
Neverthelessness,
Etcetera-Etceteraness
Fair Puppetress!